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Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli

Salam aleikum!

Zu Besuch in der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli.

Autor:in: campus / 11. Juni 2023

Der Raum ist ungewöhnlich still für die vielen im Kreis sitzenden Jugendlichen. Ab und an gibt es ein wenig Getuschel, ansonsten warten alle gespannt auf ein Kennenlernen der anderen Art. Am Donnerstag, den 08.06.2023, waren Schüler:innen der Refik-Veseli-Schule aus Kreuzberg und der Na’amat Technological High School Schule aus Hadera in Israel bei uns in der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli zu Besuch. Ein besonderes Meet and Great: Die einen waren bereits in Israel und Palästina und erzählen von ihrer Reise, den Erlebnissen und Eindrücken, wie ihre Geschichts-AG sich mit der Region und dem Konflikt sowie Friedensinitiativen etc. auseinandersetzt, die anderen – arabische Israelis leben in Israel und sind das erste Mal zu Besuch in Deutschland, in Berlin. Und wir – der Projektkurs Israel-Palästina – werden im November in die Region reisen.

Die Jugendlichen haben viele Fragen zum Leben in Israel und andersherum auch zum Leben in Deutschland. Viele in der deutschen Gruppe haben einen palästinensischen Background, sind jedoch noch nie in dem Land gewesen, das sie ihres nennen. Sie wollen wissen, wie das Zusammenleben der jüdischen und arabischen Israelis aussieht, sie wollen den Alltag, die Hobbys und den Musikgeschmack der Gäste kennen lernen. Sie interessieren sich natürlich auch für den Konflikt, welche Rolle er im Alltag der Jugendlichen spielt, welche Rolle Religion spielt, welche Religionen es alle gibt in Israel und vieles mehr. Andersherum fragen die arabischen Israelis, woher die Familien der deutsch-palästinensischen Jugendlichen kommen und ob sie sich vorstellen können, eines Tages nach Palästina zu ziehen. Sie wollen wissen, warum sich die Jugendlichen so für die Region und den Konflikt interessieren und was sie darüber denken. Die Komplexität der Situation zu verstehen, bleibt jedoch weiterhin eine Herausforderung und bedarf noch weiterer Auseinandersetzung und v.a. Begegnungen vor Ort, um die Vielseitigkeit und die Abstufungen der Farbtöne zu verstehen, denn Konflikt und Lebensalltag sind nicht einfach schwarz oder weiß.

Diese Begegnung hat auf jeden Fall einen Anfang geschaffen, der sicher anregend und interessant für alle Beteiligten war und die ganzen Fakten, Zahlen, Meinungen und Emotionen zu dem Thema durch Gesichter und Geschichten ergänzt hat.

Wir danken IBIM e.V. für die Begleitung der Kurse und der Reise sowie dieses Treffens. Insbesondere geht der Dank auch an Shereen für die Übersetzung und Susan für die Organisation.

Zudem danken wir den Lehrkräften der anderen beiden Schulen, dass sie dieses Projekt ermöglicht haben und natürlich allen Teilnehmer:innen, die Fragen gestellt haben und aufmerksam zugehört haben.