Gemeinschaftsschule: Besuch der Gedenkstätte Sachsenhausen

Besuch der Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers Sachsenhausen

Ein Tagesbericht von Merve Bayar (Jahrgang 13)

Am 26. Januar 2017 ging es für 22 Schüler der Gemeinschaftsschule auf dem Campus Rütli in die Gedenkstätte des ehemaligen Konzentrationslagers in Sachsenhausen. Nachdem wir uns im Unterricht mit dem Dritten Reich und dessen Terror- und Einschüchterungsmethoden auseinandergesetzt hatten, wollten wir mehr über das Schicksal der verfolgten Menschen erfahren.

Der Tag in der Gedenkstätte Sachsenhausen begann mit einer Einführung durch einen Mitarbeiter. Er hielt einen Vortrag über die Bedeutung und Entwicklung des Konzentrationslagers seit 1936. Anschließend bekamen wir eine Führung über das Gelände der Gedenkstätte, bei der wir unter anderem eine Häftlingsbaracke besichtigen konnten. Wir schauten uns drinnen um und sahen wie die Gefangenen fernab von jeglicher Menschlichkeit lebten. Die Baracken waren jeweils ungefähr 250 Quadratmeter groß und für ca. 250 Gefangene ausgelegt. Mit diesen Bildern im Kopf verließen wir die Baracke und machten uns auf den Weg entlang der Grenzräume; ein einmaliger Einblick, welcher Eindruck bei den Schülern hinterließ, vor allem, weil es aus heutiger Sicht kaum vorstellbar ist, welche schrecklichen Verbrechen an diesem Ort von der SS begangen wurden.

Anschließend teilten sich die Schüler in fünf Gruppen auf. Jede Gruppe bekam eine Aufgabe zugewiesen, mit der sie sich dann auf dem Gedenkstättengelände auseinandersetzte. Drei Schüler und ich bekamen die Aufgabe, uns mit den unterschiedlichen Häftlingsgruppen zu beschäftigen. Um Informationen zu bekommen, gingen wir in ein Museum auf dem Vorplatz. Dort erfuhren wir, dass zunächst Kommunisten und Sozialdemokraten – also die politischen Gegner – später auch Juden, Sinti und Roma und Behinderte gefangen genommen wurden. Aus Interesse informierten wir uns auch über die sowjetische Besatzung des Geländes nach 1945 und über die Befreiung der Gefangenen nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges. Danach präsentierten wir unsere Ergebnisse den Mitschülern.

Zum Schluss besichtigten wir ein fast zerstörtes Gebäude, welches in den Untergrund führte. Sprachlos waren wir, als wir erfuhren, dass hier schreckliche Experimente an den Gefangenen durchgeführt wurden, bevor man sie ermordete.

Wir alle wissen bereits seit vielen Jahren durch den Schulunterricht, durch Dokumentationen und Medien, wie grausam die Taten der Nazis waren. Einen Tatort mit eigenen Augen gesehen zu haben, half, sich das Ausmaß der Schreckensherrschaft vorzustellen. Für mich war es eine sehr bedeutende Exkursion, die mit vielen Emotionen verbunden war.