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#rütli on tour – Unsere Schule unterwegs

Zum Ausklang des Schuljahres waren unsere Schülerinnen und Schüler in  unterschiedlichen Ecken Europas unterwegs. Hier ein Überblick über das, was wir so machen, bevor es in die wohlverdienten Ferien ging.

#rütli@paris – Besuch beim deutsch-französischen Ministerrat

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Foto: B. Bocheinski

Auf Grund der langjährigen Kooperation mit dem Deutsch-Französischen Jugendwerk (DFJW) hatten 10 Schüler*innen aus Klasse 11 & 13 die Möglichkeit  im Rahmen einer internationalen Jugendbegegnung beim Deutsch-Französischen Ministerrat in Paris mit dabei zu sein. Nach dem Diskutieren mit französischen Jugendlichen und einem schönen Abend auf den Stufen von Montmartre kamen dann auch noch Madame Merkel & Monsieur Macron vorbei. Dass unsere Schüler*innen ihnen gekonnt die Bälle zuspielen konnten, kann man hier gut sehen.

Weiterführende Infos: https://www.dfjw.org/merkel-und-macron-hautnah

#rütli@montauban – Deutsch-Französische Jugendbegegnung

Ausschnitt aus dem Bericht der begleitenden Lehrkraft Katrina Göbel:

„Die Begegnung mit der französischen Jugendgruppe war rundum wunderbar. Unser Programm für die Woche bot viel Raum, sich gegenseitig kennenzulernen und festzustellen, dass die Unterschiede zwischeneinander gar nicht so groß waren wie vielleicht vermutet. Der Rahmen wurde vorgegeben durch die gemeinsamen sportlichen Aktivitäten wie das Klettern und die Kajaktour, die Selbstversorgung vor Ort und- fast mit am wichtigsten: durch die von den Jugendlichen vorbereiteten und durchgeführten Aktivitäten wie ein Kennlern- und „Werwolfspiel“und als Highlight: ein interkulturelles Abendessen, sowie aber auch ein Erfahrungsaustausch über Diskriminierung und Rassismus.

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Das Wichtigste an der gemeinsamen Zeit war, dass die Jugendlichen gemeinsam aktiv waren und sich auf der einen Seite den alltäglichen Herausforderungen wie dem pünktlichen Erscheinen zu der morgendlichen Sprachanimation, der gemeinsamen Zubereitung der Abendessen sowie der Selbstorganisation des Frühstücks (inklusive abwaschen und Aufräumen in Eigenregie!!! 🙂 ) selbstwirksam stellten. Auf der anderen Seite gab es aber dann die besonderen sportlichen Herausforderungen, die den einzelnen Jugendlichen viel Mut abverlangten. Zum Beispiel beim Klettern die Überwindung der Höhenangst und das Vertrauen in die eigene Kraft und sich selbst, wenn einem die Beine schlackern, wenn man nur noch an einem Seil befestigt über einen Abhang ohne Netz und doppelten Boden frei wie ein Vogel gleitet. Oder wenn ein Menschenkind sich am Ende doch dazu entscheidet, an der Kajaktour teilzunehmen und alle Beteiligten am Ende einfach nur froh darüber sind, dass sie alle gemeinsam diese Erfahrung machen durften, und paarweise mélangé den Fluss runter paddelten, das Lenken lernten und sich in Geduld und Kommunikation übten- denn nur synchron paddeln bringt das Kajak wirklich vorwärts. Durch diese gemeinsamen Erfahrungen konnten sich die Jugendlichen ihrer Selbstwirksamkeit ein ganzes Stück bewusster werden und dadurch ihrer selbst bewusster. Und es zeigte sich, dass wir uns am Ende doch alle ähnlicher sind, als wir denken.

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Die miteinander verbrachte Zeit und diese gemeinsamen Erfahrungen schweißten die Gruppe zusammen. So sehr, dass es am Ende, bei der gemeinsamen Projektauswertung viele Tränen gab und es sich einige Franzosen nicht nehmen lassen wollten, uns Samstag morgens um 5:30 Uhr zum Zug nach Montauban zu begleiten. Die Jugendlichen wünschen sich ganz doll einen Rückaustausch. Um Mahmoud zu zitieren: “Es wäre richtig geil, wenn sie hier her kommen könnten!“

#rütli@krakau – Studienfahrt nach Polen

Bericht der fahrtenleitenden Lehrkraft Robin Finken:

„Da die letzten Schulwochen nach den Prüfungen in den zehnten Klassen meist etwas zäh verlaufen, hat sich die 10.3 gemeinsam mit ihrem Klassenlehrer, Herrn Finken, und der Jahrgangspädagogin, Frau Dagci, für ein Projekt zum Thema Holocaust entschieden, das in einer Fahrt nach Krakau und Auschwitz münden sollte. Da viele Schüler im Alltag häufiger mit antisemitischen Klischees konfrontiert sind, lag der pädagogische Nutzen dabei auf der Hand.

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Nach dem obligatorischen – und nach wie vor pädagogisch sinnvollen – Einstieg über “Schindlers Liste”, bereiteten die Schüler in Kleingruppen die großen Themenkomplexe “Historische und aktuelle Formen des Antisemitismus”, “Lagersystem des Dritten Reichs”, “Machtergreifung der Nazis” und “Zusammenhang 2.WK und Holocaust” auf und präsentierten ihre Ergebnisse jeweils der Klasse. Zum Abschluss der Vorbereitung besuchten wir dann die Gedenkstätte “Haus der Wannseekonferenz”, die sich sehr gut – nach dem Motto “Es gibt keine blöden oder falschen Fragen!” – auf unsere Jugendlichen einstellte, die viel von dem Besuch mitnahmen.

Eine Erfahrung, die wir in Krakau und insbesondere in Auschwitz so leider nicht machen konnten. Erschreckend schlecht auf Jugendliche und deren Interessen, Fragen und Bedürfnisse eingestellt, konfrontierten die Museumspädagogen die SchülerInnen entweder mit Unmengen an Fachwissen – und -wörtern oder verlangten unausgesprochen moralische Ergriffenheit, die dem Thema natürlich mehr als angemessen ist, andererseits aber den Schülern auch nicht einfach verordnet werden kann. Mehr tapfer als noch wirklich interessiert, ließen die SchülerInnen die Führungen über sich ergehen. Schade, dass nach guter Vorbereitung die Seminarfahrt ausgerechnet in Auschwitz an ihre pädagogischen Grenzen kam.

Insgesamt war das ganze Projekt in der Summe dennoch ein knapper Erfolg, zumal Krakau den Schülern in ihrer Freizeit auch viel Kurzweil bieten konnte.“